Posts Tagged ‘Klagenfurt

18
Okt
08

Abschied von Jörg Haider

Trauerfeier am Neuen Platz in Klagenfurt

Trauerfeier am Neuen Platz in Klagenfurt

Heute war es soweit: Jörg Haider wurde offiziell am Neuen Platz in Klagenfurt verabschiedet. Als interessierter junger Klagenfurter bin ich in die Innenstadt gefahren und wohnte der Trauerfeier am Neuen Platz bei. Wurde ursprünglich noch von 50.000 Menschen gesprochen so verringerte sich diese Menge in der Zwischenzeit schon auf 30.000. Auch etwaige Rechtsextremisten blieben der Feier aus; jedenfalls gab es keine besonderen Vorkommnisse.

Neben mir gab sich auch die Spitze der österreichischen Innenpolitik die Ehre. Bundespräsident Heinz Fischer wurde von mir neben noch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Willhelm Molterer ausgemacht. In zweiter Reihe dahinter standen auch schon Werner Faymann und Josef Pröll. Noch weiter dahinter erspähte ich von meinem Platz sogar Gabi Burgstaller und Erwin Pröll. Siehe da, ich erspähe sogar Peter Westenthaler.

Nach ein paar Ansprachen und Reden verlasse ich zusammen mit meiner Freundin den Neuen Platz und mache mich wieder auf den Heimweg.

Das war er, ein großer Politiker Österreichs und der vielleicht größte Politiker den Kärnten jemals hatte. Es gab vieles Gutes aber auch vieles Schlechtes – doch das alles ist nun vorbei.

Auf dem Heimweg komme ich erneut an der Landesregierung vorbei und starre versteinert auf das Kerzenmeer.

Kerzenmeer vor der Kärntner Landesregierung

Kerzenmeer vor der Kärntner Landesregierung

Der Mensch Jörg Haider – sein Erbe ist Kärnten; wir Kärntner sind nun angehalten es gebührend zu behandeln, ob wir wollen oder nicht.

16
Okt
08

Gibt es einen Grund für Verschwörungstheorien rund um Jörg Haiders Ableben?

Als ich heute in der Aula meiner Schule stand und der Trauerfeier zu Jörg Haiders Tod beiwohnte gingen mir so einige Gedanken durch den Kopf. Ursprünglich dachte ich mit dem Beweis, dass Jörg Haider 1,8 Promille im Blut hätte wären alle Verschwörungstheorien besiegt – doch jetzt geht es erst richtig los! In mehreren Diskussionen über den heutigen Tage verteilt stellten sich mir einige Fragen:

  • Warum erfahren wir nichts von der Frau die Haider zuletzt überholte?
  • Bis 23 Uhr war Haider in Velden und noch stocknüchtern – um 01:15 Uhr hatte er seinen Unfall. Von Velden nach Klagenfurt braucht man bei durchschnittlich 20 Minuten nach Klagenfurt, weitere 10 Minuten würde es bis nach Laimbichl benötigen. Wie konnte Jörg Haider also in 1 ¾ Stunden 1,8 Promille bekommen?
  • Warum schweigt sich Stefan Petzner über eine „zeitliche Lücke“ aus?
  • Was hat es mit diesen heftigen Telefonaten auf sich die es am Unglücksabend immer wieder gegeben haben soll?
Liegt so manches zu Haiders Tod noch im Dunkeln?

Liegt so manches zu Haiders Tod noch im Dunkeln?

Ich bin kein großer Fan der Verschwörungstheorien, ich finde aber mindestens eine dieser Frage äußerst interessant. Vielleicht können wir Kärntner aber auch einfach nicht verstehen, dass unser Landeshauptmann ebenfalls Fehler machte wie wir auch – seinen größten Fehler machte er wohl am 12. Oktober.

Amerika 9/11

Kärnten 12/10?

15
Okt
08

Jörg Haider raste mit 1,8 Promille in den Tod!

Ich wollte eigentlich nichts mehr über den Tod des Kärntner Landeshauptmannes bis zu seiner Beisetzung schreiben, es sei denn es würde wunderliche Erkenntnisse über seinen Tod geben – und die gibt es! Wie heute offiziell bekannt wurde hatte Jörg Haider bei seiner letzten Autofahrt ganze 1,8 Promille Alkohol im Blut. Damit wird ihm leider die traurige Ehre zu Teil ebenfalls in die Unfallstatistik der Alkolenker aufgenommen zu werden.

VW Phaeton

Haiders VW Phaeton nach 142km/h und 1,8 Promille Alkohol.

Dass Herr Haider nach den letzten Feierlichkeiten kurz vor seinem Tod etwas getrunken hatte galt bisher immer als wahrscheinlich, niemand dachte aber bisher an solche Unmengen da der ganze Unfall immer alleine der überhöhten Geschwindigkeit (142km/h) angerechnet wurde. Hier zu folgende Aussage des BZÖ:

“Es ist richtig, dass Landeshauptmann Jörg Haider zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert war. Ich kann und muss das bestätigen.” – Stefan Petzner

Besonders interessant empfand ich heute die Berichterstattung des ORF, hier wurden Klagenfurt Passanten nach ihrer Meinung zur neuesten Meldung im Fall Haiders befragt; alle Befragten waren natürlich entsetzt über diese Tatsache, immerhin hatte der Landeshauptmann doch eine Vorbildfunktion! Was ich daran interessant finde? Hier wurde mitten in der Klagenfurt Innenstadt interviewt und nicht etwa vor der Landesregierung, der BZÖ-Parteizentrale oder etwa an der Unglücksstelle. Es ergab sich also das genaue Gegenteil der letzten Tage in denen Meinungen über den verstorbenen Landeshauptmann nur an den Stellen aufgenommen wurden an denen Haideranhänger um „ihren Jörg“ trauerten. Eine Befragung beider Seiten wäre sicher interessanter gewesen als diese eindeutige Manipulation der Berichterstattung. Objektivität statt Subjektivität lieber ORF, nicht etwa umgekehrt!

Was gibt es noch großartig zu sagen? Jörg Haider ist tot und wird am Samstag am neuen Platz in Klagenfurt verabschiedet – bis zu 50.000 Menschen werden bereits erwartet. Welche Ausmaße der „Mythos-Haider“ annimmt kann schnell betrachtet werden: Der erdachte Jörg-Haider-Park und ein Jörg Haider Denkmal an der Unglücksstelle sagen schon so einiges aus.

Es gibt aber auch etwas Positives an dieser Meldung, immerhin wurden mit dem Nachweis von Alkohol ein für alle Mal die verschiedensten Verschwörungstheorien aus der Welt geschafft. Haider starb wie ein normaler Mensch – also genau so wie er sich uns Kärntnern immer gezeigt hat.

Kerzen an der Unglücksstelle

Kerzen an der Unglücksstelle

12
Okt
08

Kärnten trauert – und rätselt wie es zu dem Unglück kam

Den ganzen gestrigen Tag sah, hörte und las man nichts anders mehr außer der Meldung vom Tod des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider. Ich beziehe mich damit jetzt nicht nur auf das Fernsehen, Radio, Internet, Teletext usw., nein, auch als ich am späten Nachmittag einkaufen war stand der Tod des Landeshauptmannes an erster Ordnung. „Habens schon ghört? Der Landeshauptmann ist bei einem Autounfall gestorben!“ war genau so dabei wie „Wie soll das in Kärnten nur weitergehen?“ Gut, ich gebe zu, dass dies der einfache Klatsch und Tratsch ist dem man beim Einkaufen ausgesetzt ist. Die Aussage einer Dame interessierte mich dann aber doch genauer, immerhin gab sie an, dass ihr Mann Mechaniker sei und dadurch Kontakt zu den Sachverständigen hatte. Er habe erzählt, dass die Tachonadel im Wrack des VW-Phaeton bei 150km/h stecken geblieben sein soll; das könnte zu den Schätzungen von Experten passen die von 135km/h ausgehen [Aktualisierung: Laut letzten Pressemeldungen blieb der Tacho bei exakt 142km/h stehen]. Aber gut, das Ganze kann auch als Hörensagen abgetan werden, außerdem bin ich mir nicht sicher ob eine Tachonadel bei so einem Unfall wirklich bei der Stelle der letzten Höchstgeschwindigkeit stecken bleiben kann. Für diese hohe Geschwindigkeit würde aber wiederum die Begebenheiten der Loiblpass-Bundesstraße, 150km/ könnte ich mir da durchaus vorstellen. Aber genug herumgeraten, hier eine vorläufige Rekonstruierung des Unglücks:

Unfallhergang

Unfallhergang

Laut dem vorläufigen Obduktionsbericht hatte Haider mehrere tödliche Verletzungen erlitten und damit keinerlei Überlebenschancen mehr. Genaueres wurde noch nicht bekannt, laut Aussagen Notärztin an der Unglücksstelle hatte Haider schwerste Kopf- und Brustverletzungen, außerdem soll seine Wirbelsäule gebrochen und der linke Arm fast gänzlich abgetrennt worden sein. Da für die Rettung augenscheinlich noch der Hauch einer Chance bestand wurde Haider zum Landeskrankenhaus Klagenfurt transportiert – dort kam er leider nicht mehr lebend an.

Soviel also zum Unglückshergang und den tödlichen Verletzungen. Im zweiten Teil hier möchte ich gerne über die Reaktionen von Haiders Tod schreiben. Ich muss zugeben ich bin überrascht wie „tief“ dieser Schock sitzt. Den ganzen gestrigen Vormittag ging es mir und meinen Eltern gleich, niemand konnte glauben was geschehen war. Im Laufe des Abends bei verschiedenen Nachrichtensendungen konnte ich erneut begutachten wie nahe uns dieses Unglück doch ging. Sogar meinem Vater, und der war alles andere als ein Haideranhänger! Noch überraschter war ich heute als ich mich erneut durch verschiedene virtuelle Kondolenzbücher klickte um die Anzahl der Beileidsbekundungen zu zählen: Das Kondolenzbuch von www.oe24.at zählte 2252 Einträge, das offizielle Kondolenzbuch des Landes Kärnten (zu erreichen unter http://kondolenz.ktn.gv.at/) zählte sogar 5750 Einträge! Das gleiche Bild ergab sich gestern auch in der Realität. Wollte die Landesregierung gestern eigentlich um 22 Uhr zusperren, so ließ sie ihre Türen bis nach 24 Uhr geöffnet damit sich die großen Menschenmassen in das Kondolenzbuch eintragen konnten. Dazu wurden noch hunderte Kerzen vor der Landesregierung und in der Nähe des Unglücksortes aufgestellt.

Kerzen vor der Kärntner Landesregierung

Kerzen vor der Kärntner Landesregierung

Viele werden sich fragen warum wir Kärntner unserem Landeshauptmann so nachtrauern – ich versuche erneut eine Antwort zu liefern: Haider hat einfach etwas für unser Land getan. Er war für die Menschen da, er hat ihnen zugehört und ihnen geholfen. Das ist der Mensch der uns in Erinnerung bleiben wird, anderen Menschen bleibt natürlich eher der rechte Politiker in Erinnerung der sich durch manche Sprüche um Kopf und Amt geredet hat. Jedem von uns ist überlassen wie wir einen Verblichenen in Erinnerung behalten werden; ich habe im Falle von Dr. Jörg Haider schon entschieden.

Schließen möchte ich mit einem Satz vom stellv. Landeshauptmann Gerhard Dörfler: „Das Leben muss weitergehen.“ Nicht, dass ich nun ein teures Familienmitglied verloren hätte und so tief trauern würde, nein, ich meinte das auf meinen Blog bezogen. Sollte es keine wunderlichen Meldungen zu diesem Thema mehr geben so sollte dies der vorletzte Beitrag zum Tod vom Kärntner Landesvater gewesen sein.




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