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12
Okt
08

Kärnten trauert – und rätselt wie es zu dem Unglück kam

Den ganzen gestrigen Tag sah, hörte und las man nichts anders mehr außer der Meldung vom Tod des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider. Ich beziehe mich damit jetzt nicht nur auf das Fernsehen, Radio, Internet, Teletext usw., nein, auch als ich am späten Nachmittag einkaufen war stand der Tod des Landeshauptmannes an erster Ordnung. „Habens schon ghört? Der Landeshauptmann ist bei einem Autounfall gestorben!“ war genau so dabei wie „Wie soll das in Kärnten nur weitergehen?“ Gut, ich gebe zu, dass dies der einfache Klatsch und Tratsch ist dem man beim Einkaufen ausgesetzt ist. Die Aussage einer Dame interessierte mich dann aber doch genauer, immerhin gab sie an, dass ihr Mann Mechaniker sei und dadurch Kontakt zu den Sachverständigen hatte. Er habe erzählt, dass die Tachonadel im Wrack des VW-Phaeton bei 150km/h stecken geblieben sein soll; das könnte zu den Schätzungen von Experten passen die von 135km/h ausgehen [Aktualisierung: Laut letzten Pressemeldungen blieb der Tacho bei exakt 142km/h stehen]. Aber gut, das Ganze kann auch als Hörensagen abgetan werden, außerdem bin ich mir nicht sicher ob eine Tachonadel bei so einem Unfall wirklich bei der Stelle der letzten Höchstgeschwindigkeit stecken bleiben kann. Für diese hohe Geschwindigkeit würde aber wiederum die Begebenheiten der Loiblpass-Bundesstraße, 150km/ könnte ich mir da durchaus vorstellen. Aber genug herumgeraten, hier eine vorläufige Rekonstruierung des Unglücks:

Unfallhergang

Unfallhergang

Laut dem vorläufigen Obduktionsbericht hatte Haider mehrere tödliche Verletzungen erlitten und damit keinerlei Überlebenschancen mehr. Genaueres wurde noch nicht bekannt, laut Aussagen Notärztin an der Unglücksstelle hatte Haider schwerste Kopf- und Brustverletzungen, außerdem soll seine Wirbelsäule gebrochen und der linke Arm fast gänzlich abgetrennt worden sein. Da für die Rettung augenscheinlich noch der Hauch einer Chance bestand wurde Haider zum Landeskrankenhaus Klagenfurt transportiert – dort kam er leider nicht mehr lebend an.

Soviel also zum Unglückshergang und den tödlichen Verletzungen. Im zweiten Teil hier möchte ich gerne über die Reaktionen von Haiders Tod schreiben. Ich muss zugeben ich bin überrascht wie „tief“ dieser Schock sitzt. Den ganzen gestrigen Vormittag ging es mir und meinen Eltern gleich, niemand konnte glauben was geschehen war. Im Laufe des Abends bei verschiedenen Nachrichtensendungen konnte ich erneut begutachten wie nahe uns dieses Unglück doch ging. Sogar meinem Vater, und der war alles andere als ein Haideranhänger! Noch überraschter war ich heute als ich mich erneut durch verschiedene virtuelle Kondolenzbücher klickte um die Anzahl der Beileidsbekundungen zu zählen: Das Kondolenzbuch von www.oe24.at zählte 2252 Einträge, das offizielle Kondolenzbuch des Landes Kärnten (zu erreichen unter http://kondolenz.ktn.gv.at/) zählte sogar 5750 Einträge! Das gleiche Bild ergab sich gestern auch in der Realität. Wollte die Landesregierung gestern eigentlich um 22 Uhr zusperren, so ließ sie ihre Türen bis nach 24 Uhr geöffnet damit sich die großen Menschenmassen in das Kondolenzbuch eintragen konnten. Dazu wurden noch hunderte Kerzen vor der Landesregierung und in der Nähe des Unglücksortes aufgestellt.

Kerzen vor der Kärntner Landesregierung

Kerzen vor der Kärntner Landesregierung

Viele werden sich fragen warum wir Kärntner unserem Landeshauptmann so nachtrauern – ich versuche erneut eine Antwort zu liefern: Haider hat einfach etwas für unser Land getan. Er war für die Menschen da, er hat ihnen zugehört und ihnen geholfen. Das ist der Mensch der uns in Erinnerung bleiben wird, anderen Menschen bleibt natürlich eher der rechte Politiker in Erinnerung der sich durch manche Sprüche um Kopf und Amt geredet hat. Jedem von uns ist überlassen wie wir einen Verblichenen in Erinnerung behalten werden; ich habe im Falle von Dr. Jörg Haider schon entschieden.

Schließen möchte ich mit einem Satz vom stellv. Landeshauptmann Gerhard Dörfler: „Das Leben muss weitergehen.“ Nicht, dass ich nun ein teures Familienmitglied verloren hätte und so tief trauern würde, nein, ich meinte das auf meinen Blog bezogen. Sollte es keine wunderlichen Meldungen zu diesem Thema mehr geben so sollte dies der vorletzte Beitrag zum Tod vom Kärntner Landesvater gewesen sein.




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