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11
Okt
08

Jörg Haider ist tot

Eigentlich wollte ich heute einen neuen Beitrag im üblichen „Another day, another week“-Stil schreiben, aufgrund aktueller Ereignisse verschiebt sich dieser jedoch etwas.

Jörg Haider ist tot.

Als ich heute Vormittag wach wurde hörte ich den laut aufgedrehten Fernseher im Wohnzimmer bereits. Ich hörte einen bekannten Journalisten, ich hörte Petzner und ich hörte Gerhard Dörfler, den stellvertretenden Landeshauptmann Kärntens. Ich hörte auch Jörg Haiders Name im Bezug auf irgendeine Pressekonferenz. Eine Pressekonferenz an einem Samstagvormittag? Das konnte nichts Gutes heißen. Die Konferenz begann und seltsamerweise hatte nicht Haider das Wort. Mit einem seltsamen Gefühl im Magen stand ich auf und ging ins Wohnzimmer. Schnell begrüßte ich meine Eltern, dann starrte ich auf den Fernseher. Jörg Haider war tot, gestorben bei einem Autounfall. Mir wurde leicht schwindlig und mein Herz fing an zu klopfen. Konnte es sein, dass der bedeutendste Kärntner Politiker aller Zeiten von uns gegangen war? Während ich mich umzog versuchte ich darüber nachzudenken warum ich so geschockt reagierte. Still schweigend setzte ich mich dann neben meinen Vater und verfolgte die Pressekonferenz. Es war leider wahr, Jörg Haider weilte nicht mehr unter uns. Im Laufe der, sehr emotionalen, Pressekonferenz wurde angedeutet, dass es zum normalen Kondolenzbuch auch eine virtuelle Version im Internet geben würde; ich entschied mich jedoch hier meinen Blog zu nützen und ein paar Zeilen zu schreiben.

Jörg Haider war durch manch umstrittene Aussagen auch weit außer Österreich bekannt, das zeigen schon diese zwei Bilder hier:

Haider in amerikanischen Magazinen

Haider in amerikanischen Magazinen

Einige von euch werden sich aber wahrscheinlich trotzdem fragen wer dieser Mann war. Ich sage es euch, er war der Antrieb Kärntens. Der langjährige Landeshauptmann. Der Vorsitzende der FPÖ und später dann der BZÖ. Dank seiner letzen Wahlkampfaktionen schaffte es das BZÖ sogar über 10 Prozent bei den Nationalratswahlen zu bekommen und überholte so die Grünen. Darüber hinaus war Haider ein Familienvater, hatte eine Frau und zwei Töchter. Er hatte auch noch starken Kontakt zu seiner Mutter die extra wegen ihres 90. Geburtstages nach Kärnten gereist war – an ihrem Geburtstag starb ihr Sohn.

1999 als FPÖ-Chef

1999 als FPÖ-Chef

Ich sehe zwei Katastrophen: die familiäre und die politische. Sie haben eines gemeinsam, es weiß nämlich niemand wie es weitergehen wird.

Nicht-Kärntner oder Nicht-Österreicher werden vielleicht nicht verstehen warum ich so geschockt bin, daher will ich versuchen es euch zu erklären. Jörg Haider war immer ein starkes politisches Symbol für Kärnten welches für Nicht-Kärntner nur schwer zu verstehen war. Er hat so viel für uns getan: Das Schulstartgeld, die Wohnbeihilfe, der Heizkostenzuschuss, die Billigtankstellen, der Eurofahrplan usw. Haider hatte im Grunde immer Recht, er übertrieb es nur manchmal. Abgesehen von der Tatsache, dass er von den Kärntnern wirklich geliebt wurde, das beweisen schon die letzten Wahlergebnisse, habe ich auch eine persönliche Erfahrung mit ihm. Im letzten Jänner hatten wir an der HTBL-Mössingerstraße den Tag der offnen Tür und Jörg Haider tauchte, umringt von Fotografen, unerwartet auf. Irgendwie schaffte ich es mich durch die Menschentraube durchzukämpfen und stand dann, in Erwartung eines Fotos, bei einer Vorführung eines Roboterarms neben dem Landeshauptmann. Bis dahin war Haider für mich ein normaler Politiker der nach Außen hin alles nur spielte, aber plötzlich drehte er sich zu mir und begann mir einige Fragen über das vorgezeigte zu stellen. Ich war überrascht, versuchte aber sofort Antworten zu liefern. Nach dem Ende der Vorführung schüttelte er noch lächelnd meine Hand und setzte seinen Rundgang fort. Jörg Haider, das war für mich plötzlich kein hochnäsiger Politiker mehr, nein, er war für mich zu einem beeindruckenden Menschen geworden. Eigentlich fast zu meinem Vorbild.

Jörg Haider, 2007

Jörg Haider, 2007

Ich war auch überrascht als ich mich hinsetze und im Internet auf verschiedene Newsseiten ging; unter jedem Artikel der Jörg Haiders Tod zum Inhalt hatte gab es hunderte Kommentare mit Beileidsbekundungen! Eine Seite, www.krone.at für die die es interessiert, hatte sogar weit mehr als tausend Kommentare! Und das nach erst wenigen Stunden!

Langsam möchte ich zum Ende kommen. Jörg Haider, das war der berühmteste Landeshauptmann den Kärnten jemals hatte. Jörg Haider, das war der Politiker der die österreichische Innenpolitik stark verändert hat wie sonst kaum einer. Jörg Haider, das war aber auch der Familienvater und Ehemann.

Wie sagte Petzner heute auf der Pressekonferenz so schön? „Jörg Haider hat alle Kärntner in sein Herz geschlossen.“ Ich denke umgekehrt ist es genau so. Herr Dr. Haider, Jörg, sie, beziehungsweise du, wirst uns allen fehlen. Ein toller Mensch ist heute von uns gegangen. Da du meiner Ansicht als gebürtiger Oberösterreicher mehr Kärntner im kleinen Finger warst als viele von uns und dieses Land auch in dein herz geschlossen hast möchte ich hier mit dem Kärntner-Heimatlied schließen.

Dort, wo Tirol an Salzburg grenzt,
des Glockners Eisgefilde glänzt,
wo aus dem Kranz, der es umschließt,
der Leiter reine Quelle fließt
laut tosend, längs der Berge Rand,
beginnt mein teures Heimatland.

Wo durch der Matten herrlich Grün
des Draustroms rasche Fluten ziehn;
vom Eisenhut, wo schneebedeckt
sich Nordgaus Alpenkette streckt
bis zur Karawanken Felsenwand,
dehnt sich mein freundlich Heimatland.

Wo von der Alpenluft umweht,
Pomonens schönster Tempel steht,
wo durch die Ufer, reich umblüht,
der Lavant Welle rauschend zieht,
im grünen Kleid ein Silberband,
schließt sich mein liebes Heimatland.

Wo Mannesmut und Frauentreu‘
die Heimat sich erstritt auf’s neu‘,
wo man mit Blut die Grenze schrieb
und frei in Not und Tod verblieb;
hell jubelnd klingt’s zur Bergeswand:
Das ist mein herrlich Heimatland.

Trauer an seinem Todestag - dem 11.Oktober 2008

10
Okt
08

10. Oktober

Heute schreiben wir also den 10. Oktober 2008. Scheint als wäre es kein besonderes Datum – oder doch? Richtig, für uns Kärntner ist der 10. Oktober sogar ein sehr wichtiger Tag. Heute vor genau 88 Jahren, also am 10. Oktober 1920 entschied ein Teil der Kärnter Bevölkerung über die zukünftige staatliche Zugehörigkeit: Österreich oder Slowenien? Dem voran ging ein langer Abwehrkampf und mehrere politische Verhandlungen, Interessierte können sich aber auf anderen Websites genauer informieren.

Fakt ist, dass 59,04% der Stimmberechtigten (davon zählten über 70% zur slowenisch sprachigen Volksgruppe!) für einen Verbleib bei Österreich waren. Wäre diese Abstimmung zu Gunsten Sloweniens entfallen so hätte es eine zweite Abstimmung gegeben in der es um den weiteren Verbleib eines zweiten Gebietes (zu dem auch Klagenfurt zählte) ging. Hier ein Bild der entsprechenen Gebiete:

Abstimmungsgebiete in Kärnten

Seitdem zählt der 10. Oktober in Kärnten ein – nicht generell arbeitsfreier – Feiertag. Nur Schulen, Ämter und Behörden haben an diesen Tagen geschlossen.

Mit dem 10. Oktober sollten wir uns zurück erinnern an die Menschen die im Abwehrkampf für ein freies Kärnten gekämpft haben. Vielleicht sollten wir uns auch in Gedanken ausmalen wie es uns Kärntern nun gehen würde wenn das Ergebnis der Volksabstimmung anders ausgegangen wäre?

Was wir aber auf ejden Fall tun sollten ist, wie oben schon angesprochen, diesen Tag zu ehren. Meistens wird dies getan indem man vor dem haus eine Kärntner Fahne aufhängt, da ich aber leider keine besitze und wir im Informationszeitalter leben tue ich es eben hier. In diesem Sinne wünsche ich allen Kärntern einen schönen 10. Oktober!

Kärntner Flagge

Kärntner Flagge

08
Okt
08

Ein gedankliches Zwischenspiel zum Thema Energie

Dieser Text ist (leider) keine Mischung aus Fiktion und Realität sondern eine beinharte Spiegelung meines Lebens:

In einer hitzigen Diskussion mit einem meiner Professoren kamen wir heute auf ein altbekanntes Thema: Der weltweite Energieverbrauch. Es ist leider keine Neuigkeit, dass wir immer mehr Energie verbrauchen, mit der Produktion jedoch kaum noch nachkommen. Wie wird das aber in der Zukunft werden? Für Interessierte hier ein paar Daten und Fakten: Das Öl wird uns 2040 ausgehen; das ist nichts Neues. Wussten Sie aber auch, dass wir 2040 kein Wolfram und kein Kupfer mehr haben werden? Für alle die nicht Elektrotechnik zu ihrem Fachgebiet zählen kommt hier eine kleine aber wichtige Aufklärung: Kupfer ist ein sehr guter elektrischer Leiter der eigentlich überall vorkommt wo auch Strom und Spannung fliesen soll. Kabel, Leitungen, Platinen, Transformatoren, Generatoren, Motoren – diese Liste ließe sich wahrscheinlich noch stundenlang fortsetzen. Wenn wir also Kupfer für den Bau von all diesen Gerätschaften benötigen, wie sollen wir dann in Zukunft ohne auskommen, geschweige denn noch mehr Strom erzeugen und weiterleiten wenn uns einfach das Material dazu fehlt? Oder wie sollen wir kalorische Kraftwerke befeuern wenn wir keine Rohstoffe zur Verfügung haben? Muss ich auch noch von Atomkraftwerken reden? Ich weiß nicht ob es Ihnen bekannt war, aber auch unsere Uranvorräte gehen langsam aber sicher zu Ende. Meiner Meinung nach können wir uns hierbei zwischen zwei Zukunftsversionen entscheiden:

Fall a) – Wir steigen auf erneuerbare Energien um, vergessen Öl, Kohle und Atomkraft und versuchen mit Hilfe von erneuerbaren Energien Strom zu erzeugen. Kupfer gehört ebenfalls der Vergangenheit an und wir finden eine andere Art elektrische Maschinen zu bauen. Dazu kommt noch eine Neuordnung unserer Gesellschaft die umweltbewusster wird, Müll recycelt und dadurch Rohstoffe spart.

Fall b) – Wir reagieren zu spät auf unsere Probleme und stehen nach der Förderung des letzten Gramm Kupfers und dem letzten Tropfen Öls vor dem absoluten Nichts. Wir schlagen uns wegen den kleinsten Energiemengen die Köpfe ein und werden schlussendlich als letzte Hochkultur untergehen.

Welche Version klingt für sie realistischer? Vielleicht finden wir ja auch einen Mittelweg, vielleicht ändert sich unser Leben aber komplett wie zum Beispiel in der „Mad Max“-Trilogie?

Ein weiteres Problem sieht mein Professor in der Bevölkerungsdichte der Erde die von Jahr zu Jahr schneller steigt als der Dow Jones momentan sinken kann. Immer mehr Menschen leben auf der Erde, immer mehr Menschen wollen eine mit Strom versorgte Wohnung, ein Auto, eine Klimaanlage und und und … Der Energieverbrauch wird einfach nicht weniger, im Gegenteil! Und schuld daran soll also nur die große Bevölkerungsanzahl sein. Hierzu möchte ich eine Frage meines geschätzten Professor direkt zitieren: „Das Problem ist die Bevölkerung, die wird immer größer und größer. Warum hören wir nicht einfach auf Kinder zu bekommen? Können Sie mir einen einzigen logischen Grund nennen warum wir alle immer mehr und mehr Kinder in eine Welt setzen die eigentlich von Jahr zu Jahr schlechter wird?“

Ich habe nachgedacht – und mir fiel kein logischer Grund ein. Gefühlsbezogen fielen mir sofort tausende Gründe ein, aber logische … konnte es sein, dass der Professor Recht hatte? Später auf der Heimfahrt im Bus musste ich über seine anderen Worte nachdenken. Wie kann wir hier so einfach im Energieluxus leben während andere Menschen über 100 Kilometer mit ihrem Kamelen Wasser holen gehen müssen? Wie kann ich jeden Tag fernsehen, Musik hören, Internet surfen, telefonieren und in einer geheizten Wohnung schlafen während anderen Menschen die Energie für das Notwendigste fehlt? Ohne eine Antwort auf diese Fragen gefunden zu haben stieg ich aus dem Bus (ebenfalls Energieluxus, dieses Mal nur mit Öl anstatt Strom) und sah auf mein Handy (Energieluxus²). Gibt es einen logischen Grund warum wir immer mehr und mehr Kinder in die Welt zu setzen? Und wie können wir so ruhig und verschwenderisch in diesem Energieluxus leben während es anderen Menschen schon an der Grundversorgung fehlt? Vielleicht finden Sie eine Antwort auf diese Fragen.

05
Okt
08

Alkohol gesteuerte Wochenenden von und mit Jugendlichen

Freitagabend – und ich habe weder Kopf- noch Halsschmerzen. Wunderbar, ich bin also bereit um hinaus in die besoffene Nacht zu ziehen! Um 20 Uhr geht es los, Freunde holen mich ab und wir gehen die letzen Schritte zum Kinocenter zu Fuß. Wir sind nicht so umweltbewusst und verzichten deshalb auf das Auto, nein, wir wollen nur, dass jeder soviel trinken kann wie er will und nicht auf die Rückfahrt denken muss. Da einige meiner Freunde hier in der Gegend wohnen schläft dann jeder einfach bei irgendwem und die Sache hat sich erledigt. Inzwischen sind wir auch schon bei unserem Ziel eingetroffen. Wir wollen uns keinen Film anschauen der grottenschlecht ist und nur Action und Titten zu bieten hat, nein, wir haben das Kinozentrum an diesem Abend nur wegen den Billardtischen und der geilen Bar ausgesucht; außerdem muss einer unserer Klassenkameraden heute Abend hier seinen Dienst verrichten und wir wollen ihn (ein bisschen) nerven. Gesagt getan, wir stürzen uns in das nächtliche Leben. Wie fangen wir an? Klar, natürlich mit dem Klassiker, nämlich einem großen Bier. Dieses eiskalte Gottesgetränkt, wie es einem den Hals hinunter rinnt und sich schlussendlich langsam über Umwege in das Blutsystem einspeist um den ganzen Abend etwas erträglicher zu machen – einfach wunderbar. Wie sagt der neue Volksmund so schön? Ein Bier macht durstig, zwei machen, richtig erraten, noch durstiger! Nachdem sich der Alkohol langsam in die Blutbahnen integriert hat wechseln wir von der Bar zu den Billardtischen. Zehn Euronen kostet der Spaß die Stunde – ziemlich teuer. Klar, wir könnten alle zusammenlegen, aber irgendwie macht es doch mehr Spaß um das Geld zu spielen – der Verlierer zahlt den Tisch. Bei mehr als zwei Stunden kann das Spielchen schon etwas in der, vom teuren Bier ohnehin schon geschwächten, Brieftasche ordentlich schmerzen. Ich lasse mich davon aber nicht beeindrucken und setze den Queue an. Drei Bier hatte ich also schon – die anderen aber auch. Da ich aber (leider?) etwas mehr gegen Alkohol resistent bin als andere versuche ich mich trotzdem zu konzentrieren. Getroffen. Der Anfang sieht schon gut aus. Die Minuten verfliegen und mit ihnen die Scheine; aber ein Whiskey kostet eben. Scheiße das Teil zieht in den Magen runter! Yes! Oh mein Gott, ich liebe Whiskey. Wenn er nur nicht so teuer wäre hätte ich bestimmt schon eine (leere) Flasche daheim. Zurück zum Billard, wir stehen schon an der letzten Partie. Während ich versuche meinen nächsten Drink zu genießen (Sex on the Beach; den wollte ich eigentlich nur wegen dem geilen Namen mal probieren) und dabei über Sex am Strand nachdenke, versenkt einer meiner Freunde, ich nenne ihn hier einfach mal Klaus, die schwarze Kugel. Pech gehabt mein Freund, die Partie geht an mich. Badabing, Badabeng! Während ein zutiefst getroffener (und auch etwas angetrunkener) Klaus 20 Euro über die Theke schiebt schnappe ich mir flugs ein herumliegendes Feuerzeug und ebenfalls herumliegende Zigaretten und zerstöre meine junge Lunge wieder um ein Stückchen mehr. Ein Typ nicht weit weg von uns hat selbst gedrehte, das erinnert mich an den Joint den irgendwer von uns damals besorgt hatte. Abgesehen von Kopfschmerzen kann ich mich irgendwie an nichts Besonderes mehr erinnern. Ich bin auf diese Aktion weder stolz noch beschämt, ich habe es aus freien Willen gemacht weil ich es einfach einmal versuchen wollte. Was ich aber noch mehr versuchen möchte ist Kokain, das soll angeblich wirklich der Hammer sein. Ich ertappe mich leider viel zu oft bei diesem Gedanken und jedes Mal schrecke ich dann vor mir selbst zurück. Ach ja, wo waren nur die Zeiten geblieben wo wir im Gasthaus saßen, Geburtstag feierten und alle so blau waren, dass wir uns gegenseitig wegen irgendwelchen „Sachen“ fragten – und diese nächste Woche natürlich auch noch mitbringen wollten! Schon krank welcher Scheiß uns immer durch die Birne schwirrt. Ich wurde erst aus meinen Gedanken gerissen als wir wieder zur Bar gingen. „Noch ein Bier? Ich bitte dich, was für eine Frage!“ Mehrere Minuten später ging es uns dann schon nicht mehr ganz so gut, wir spürten schon wie so manche Macht Hand anlegte. Irgendwer kam dann auf die beschissene Idee noch eine Runde Billard zu spielen. Klar, warum auch nicht? Kurz darauf lehnte ich an der Wand und beobachtete meinen Gegner wie er mit seiner neuen Freundin am Tisch rumknutschte. Sie streckten sich die Zungen in den Mund als würden sie sich gegenseitig auslecken wollen. Ich würde mich ja nicht wundern wenn die beiden gleich auf der Toilette verschwinden würden und es dort trieben. Aber gut, warum auch nicht, wenn er abgelenkt wurde hatte ich erneut Chancen das Spiel um das Geld zu gewinnen. Nachdem ich meine Zigarre, die ich mir extra für das Wochenende gekauft hatte, ausgetötet in den vollen Aschenbecher sinken ließ, wandte ich mich dem Tisch zu. Doch was sahen meine trüben Augen da? Die geilste Kellnerin kam mit einem Tablett näher und stellte mir einen Drink namens „Stirb langsam“ direkt vor die Nase. Oh wie gerne würde ich es mit der treiben, am liebsten sofort auf der Toilette. Habe ich mir das nur gedacht oder etwa laut ausgesprochen? Ich weiß es leider nicht mehr, sie ging ohne weitere Reaktion wieder weg. Der Drin kam übrigens von meinem Gegner. Entweder ich würde ihn, auf seine Kosten natürlich, trinken und noch weniger treffen und damit verlieren, oder ich ließ ihn stehen und verlor nur eventuell. Ich muss in meinem letzten Leben Alkoholiker gewesen sein; ich stürzte das Zeug schnell hinunter. Sekundenbruchteile später wusste ich wieso der Drink „Stirb langsam“ hieß. Ich verlor das Spiel und damit einen meiner letzen 10 Euro Scheine. Der Abend/der Morgen neigte sich zügig dem Ende und wir wollten, nach einem letzten Bier, endlich aufbrechen. Als wir den Scheißladen endlich verlassen hatten trafen wir auf dem Parkplatz noch unsere Klassenkameradin und deren geile Schwester. Meine Güte, wie lange baggerte ich die Kleine eigentlich schon an? Ich versuchte es auch an diesem Abend wieder mit frechen Sprüchen aber sie stieg nicht wirklich darauf ein. Dabei wäre mein Bett doch so breit – und stabil was Sport angeht, das durfte ich in einem Belastungstest schon mehrmals feststellen. Nachdem ich also erneut abgeblitzt war versuchten wir die nächsten paar hundert Meter zu bewerkstelligen – ich glaube wir brauchten an diesem Abend circa eine halbe Stunde dafür. Bei einer Kreuzung angekommen verabschiedeten wir uns. Bei mir übernachtete leider keiner, aber wegen meinen Eltern würde es ja nicht gehen. Als ich kurz darauf Zuhause eintraf war ich heilfroh nicht einen dieser besoffenen Typen mitgenommen zu haben; meinen Eltern wäre das höchstwahrscheinlich sowieso scheißegal gewesen. Um mich für die letzten Meter zu sammeln lehnte ich geschlagen an der Haustüre – und wurde von meinem Vater überrascht. Er habe nur ein Geräusch gehört und wollte sehen ob es mir wohl gut ginge. Ich bejahte das Nickend und setzte mein ganzes schauspielerisches Talent ein um als nüchterner Jugendlicher ins Bett zu kommen. Ja, ich kann stolz sagen, dass ich dank Schauspieler und einer gewissen Resistenz gegen Alkohol immer gut über die Runden kam; das änderte aber nichts über die Tatsache, dass ich arschmüde auf die Couch im Wohnzimmer fiel, zu meinem bett war es mir noch zu weit. Durch unfassbares Glück lag ich direkt auf der Fernbedienung und so konnte ich noch etwas durch die gequirlte Scheiße zappen. Erneut Dave Duchovny als kaputter Schriftsteller, dieses Mal bei einem eher ungeilen Dreier. Bruce Willis als John McClain gefällt mir da schon eher. Humor, Blut, Tod, Action – und ich wäre fast eingeschlafen. Wie McClain nach „Stirb langsam“ schlendere ich in mein Bett und falle angezogen hinein. Mein Kopf kreist noch kurz um die geile Kellnerin, die noch geilere Schwester meiner Klassenkameradin und um die Frage ob ich die zwei wohl zu einem Dreier bekommen könnte. Dann wird mir durch mehrere Sinnesorgane klar, dass ich an diesem Abend/Morgen erneut zuviel erwischt hatte. Ich verfluche mich selbst, drehe mich auf den Rücken und starre an die beschissene Decke die sich viel zu schnell dreht. Just another fucking day, just another fucking week.

05
Okt
08

Schlimme Erkältungen am Freitag

Schon als ich aufwachte und noch alles stockdunkel um mich herum war wurde mir anhand meiner schon vorhandenen Kopfschmerzen klar, dass dieser Tag Scheiße anfing und bestimmt auch ebenso enden würde. Warum sollte ich dann also überhaupt aus dem Bett steigen? Ach ja, richtig, ich muss in die Irrenanstalt namens Schule um wieder einmal stundenlang absolut nichts zu tun. Nachdem sich mein Körper langsam wieder auf das Leben eingestellt hatte und immer mehr und mehr Systeme und Sensoren online gingen wurde mir bewusst, dass dieser Tag wirklich beschissen werden würde; zu meinen Kopfschmerzen hatte sich auch noch mein Hals gemeldet. Würde ich mir also den Hals abhacken hätte ich sofort zwei Probleme auf einmal gelöst, da ich aber momentan keine Hacke zur Hand hatte musste ich diese Idee etwas zurückstellen. Nach einem viel zu kurzen Frühstück bei dem wieder viel zu viel geredet wurde wanderte ich abgeschlagen zur Bushaltestelle. Ja, diese verfickte Kälte fühlte sich in der Hals- und Kopfgegend wunderbar an. Nach einer beschissenen Busfahrt mit wieder viel zu vielen Leuten erreichte ich, wieder einmal ziemlich früh, zusammen mit einem „Klassenkameraden“, den Klassenraum. Meine Güte, der Typ ist so ein verdammter Miesepeter! Sitzt jeden Tag bis in die schwärzeste Nacht am Computer und klagt dann am nächsten Morgen immer darüber wie Scheiße es ihm geht. „Ich bin so müde, meine Augen tun so weh, meine Finger tun so weh, mein Rücken tut so weh“ und so weiter und so fort. Oh wie genieße ich diese geilen Tage wenn dieser Arsch endlich „richtig krank“ ist und daheim bleibt – und wahrscheinlich am Computer sitzt und World of Warcraft zockt. Habe ich schon erwähnt, dass es sich hier um einen meiner besten Freunde handelt? Ich würde ihm niemals sagen was ich von ihm halte, zu sehr genieße ich es ihn in Gedanken aus dem Fenster zu schmeißen oder auf sonstige Arten zum Schweigen zu bringen. Kaum schwiegen meine Gedanken betraten auch schon meine Klassenkameradin und ihre heiße, jüngere Schwester den Raum. Scheiße sah die Kleine geil aus! Da sie aber anscheinend besorgt um irgendetwas schien ließ ich etwaige Spielchen mit ihr für den heutigen Tag ausfallen und verlegte das Ganze in meine Gedankenwelt. Erst bei einem zufälligen Blick auf meine Armbanduhr wurde ich aus meinen feuchten Gedankenspielchen gerissen; nur noch fünf Minuten bis zum Unterrichtsbeginn. Schnell die Jacke drüber geworfen und ab in die Kälte; eine Zigarette musste mir schnell den Tag retten. Oh Mann, Scheiße war das kalt! Hastig kramte ich mein Feuerzeug und meine Zigarettenpackung aus der Hosentasche und zündete mir eine Rauchstange an. Ah, tat das gut – und wie beschissen das erst in meinem Hals brannte! Schlussendlich siegte aber die Sucht über die Vernunft und ich kämpfte die ganze Nikotingranate die Luftröhre hinab um meine Lunge noch ein bisschen mehr zu teeren. Was verriet der nächste Blick auf die Uhr? Der Unterricht hatte schon begonnen. Nur die Ruhe, da unsere Professorin in Wirtschaft und Recht eher locker drauf war konnte ich mir als ihr Lieblingsschüler eine kleine Verspätung locker leisten. Schnell den Klassenraum betreten und siehe da, ich war sogar schneller als die alte Schlampe. Alte Schlampe klingt dabei aber ziemlich hart wenn man(n) bedenkt, dass sie wohl um die Vierzig ist, lange blonde Haare hat, einen schönen Vorbau und dazu auch noch eine geile Figur. Ich muss zugeben, ich hätte nichts gegen einen Fick mit ihr einzuwenden – sie als verheiratete Frau und Mutter zweier Kinder wahrscheinlich schon. Die Stunden verflogen schnell, Wirtschaft und Religion gingen vorbei, einzig in der Stunde mit unserem Klassenvorstand wurde es interessant – und zwar als mich meine beschissenen Kopfschmerzen wieder in die Realität zurückholten! Den absoluten Höhepunkt des Tages bot natürlich eine Doppelstunde Mathematik. Beschissener Lehrer, verficktes Fach, alles zusammen einfach nur verfickte Scheiße also. Und wieder einmal wurde ein Opfer für die Kreuzigung auf der Tafel gesucht. Komisch, ich fühlte die Dornenkrone direkt auf meinem Kopf; oder waren das doch nur wieder meine absolut ungeilen Kopfschmerzen? Eventuell auch beides, aber wen kümmert das schon. Meine Laune hob sich kurz als ich ungekreuzigt die Schule verlassen durfte und mich auf nach Hause machte. Schnell auf dem Weg zur Bushaltestelle noch einmal die Lunge und temporär vorranging den Hals gequält – ja, das ist geil! Eigentlich müsste ich Masochist sein. Daheim angekommen gab es sogar ein annehmbares Essen. Zuerst noch ein Aspirin und dann mit dem fetten Arsch ab auf die Couch – Weekend! Aber was fing ich jetzt damit an? Sollte ich Abends noch weggehen? Eher nicht, da würde sich mein Kopf nur aufregen. Ich könnte ja noch etwas für die Schule tun – ha, der Witz war geil! Nachdenklich an der Zigarette ziehend (und in Konsequenz daraus dann stark hustend) lehnte ich in der Kälte an der Hausmauer. Die Nachbarin über uns brachte den Müll raus; sie sah wirklich Scheiße aus, das sah ich sogar im Dunkeln. Noch einmal am abgebrannten Filter gezogen und ihn schnell in der Botanik versenkt, dann ging es ab zurück in die warme Stube. Läuft zur späten Stunde noch etwas Intelligentes in der Flimmerkiste? Californication – Dave Duchovny zieht sich auf dem Rücken einer Nutte eine Line Koks rein, eigentlich ja eine geile Idee; aber wahrscheinlich schlecht bei meinem momentanen Gesundheitszustand. Wütend auf meinen Körper und den sinnlosen Tag schmeiße ich meine träge Leiche in die Schlafstätte und hoffe, dass sich mein Hals und mein Kopf über Nacht endlich wieder ein bekommen würden, ansonsten müsste ich mir am nächsten Morgen eventuell doch eine Hacke organisieren. Das war er also, der beschissenste Freitag seit langem. Antoher fucking day, another fucking week.

05
Okt
08

Einführung

Sehr geehrter Besucher meines Blogs,

ich selbst bin kein Freund langer Einleitungen, ich denke aber es wäre nicht schlecht zuerst kurz zu erklären worum es in meinem Blog geht. Die Artikelserie dieses Blogs ist eine krasse Mischung aus Realität und Fiktion, die verschwommene Grenze wird von mir aber nicht genauer erläutert. Ich versuche hier, mit einem teils radikalen Schreibstil, meine Gedanken über das Leben zu virtuellem Papier zu bringen. Sollte es Besucher geben denen mein unverblümter Schreibstil überhaupt nicht zusagt so möchte ich mich hiermit schon entschuldigen.

Auf den ersten Blick erscheinen die Texte der Artikelserie sinn- und niveaulos, spätestens mit dem Schlusssatz sollte aber klar werden, dass ein viel tieferer Sinn in all den Zeilen liegt. Die Schnelllebigkeit des jugendlichen Lebens wird „von mir durch mich thematisiert.“

Ich schreibe sehr gerne Texte, bisher habe ich aber noch nie so einen radikalen Schreibstil verwendet. Dieses Mal habe ich mich jedoch zu diesem Experiment entschlossen da ich denke, dass der Stil und der Inhalt zusammen erst das Gesamtbild, den Sinn, ergeben.

Durch indirekt scharfe Kritik am momentanen Bild der Gesellschaft möchte ich zum Nachdenken anregen. Muss wirklich alle so sein wie es gerade ist oder sollten wir doch lieber schleunigst das Steuer in eine andere Richtung reißen bevor wir den Eisberg rammen und untergehen?

Akutelle Geschehnisse und Newsmeldungen sollen natürlich genau so auftauchen wie andere Beiträge über alle Themen die mich einfach interessieren oder sehr bewegen.

Längste Rede, kürzester Sinn, ich hoffe sie werden die nachfolgenden Zeilen genießen.




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